Richtig Sitzen

 

 

Die Wohnkultur

 

Die Wohnkultur um die Jahrtausendwende war von Vergeudung geprägt. Je mehr einer seine Mittel vergeuden konnte, desto höher stieg er im gesellschaftlichen Ansehen. Die Feuer prasselten und die Leute prassten. Je mehr Wohnraum einer besaß, desto besser war das. Aber diese Räume mussten im Winter alle geheizt werden. Das ließ wieder Feuer prasseln, jeder Raum war vollgestellt mit Sitzmöbeln, die in der Herstellung wieder viele Feuer prasseln ließen und die man immer schneller wieder ins Feuer werfen konnte, weil sie nicht mehr gegen die Schwerkraft taugten.

 

Für jede Funktion wurden eigene Möbel benutzt, zum arbeiten, essen, für Kinder, zum schlafen, wohnen, sitzen usw. Heute benutzen wir für all diese Funktionen nur ein Möbelstück.

 

Ein Mond ist einfach herzustellen und hält mindestens 100 Jahre und ist dann immer noch genauso wie am ersten Tag gut geeignet, um Energie aus der Schwerkraft zu gewinnen.

 

Die damaligen Sitzgewohnheiten waren der Schwerkraft hoffnungslos unterlegen und das sitzen darauf ließen die heilsamen Signale des Gleichgewichtssinns ersterben. Deshalb bekamen die Leute Rückenschmerzen, Kreislaufprobleme und Denkstörungen.  Dadurch dass  wir heute die Monde in unserer Wohnkultur benutzen, stimulieren wir unseren Sinn fürs Gleichgewicht, bleiben gesund und voller Energie. Wir sparen uns die vielen Räume, die wir sonst benötigen würden, müssen weniger heizen, oder kühlen, und haben selber mehr Platz zum Leben.

 

Büros brauchen wir fast gar nicht mehr und Fabrikhallen auch nicht. Die Herstellung von Metallen ist sehr teuer und wir benutzen die uns noch verbliebenen Vorräte an Kohle und Öl dafür, Maschinen und Werkzeuge herzustellen, die uns die Nahrungsmittelproduktion erleichtern. Ansonsten kommen wir fast ohne Feuer und Metalle aus. Auf den vielen Straßen und Autobahnen, die sie damals bauten, fährt fast kein Auto mehr. Wir haben Platz, Zeit, Geld  und viel Lebensenergie. Wir schaukeln auf unseren Monden, nehmen sie mit nach draußen, arbeiten damit unter freiem Himmel, je nach Wetter oder in geschützten Räumen. Wir können das alles wunderbar mit unseren Rechenmaschinen organisieren.

 

Ein weiterer Bestandteil der Wohnkultur war eine Flimmerkiste. Egal ob diese Fernseher, Monitore, Displays, oder Bildschirme hießen, sie hatten immer eines gemein: Sie leuchteten in der gleichen Intensität wie Kerzenflammen oder Lagerfeuer. Allein schon das Starren in eine Lichtquelle beruhigt das Denken und gibt dem Geist Energie. So wie in der Zeit vor der Stromkreisrevolution die Leute ins Feuer starrten und dadurch sein Wesen aufsogen, so starrten sie zur Jahrtausendwende alle in leuchtende Bildschirme.

 

Über diese Bildschirme flimmerten aber viel zu viele Informationen, Manipulationen und negative Eindrücke. Das alles machte den positiven Effekt des Lichtschauens zunichte. Irgendwann wurden sie vom vielen Bildschirmgucken nur noch depressiv, krank und missmutig. Der Stromhunger all dieser Geräte war gewaltig und jeder hatte umgerechnet damals an die 20 Stromsklaven, die er nur für diese Zwecke aufbrauchte.

 

Heute haben wir auch noch Bildschirme für die Vernetzung und den Informationsaustausch. Aber wir benutzen zusätzlich noch Leuchtbilder, um uns durchs Starren in Lichtquellen mit Energie aufzuladen. Diese Leuchtbilder benötigen wenige Watt zum Leuchten, ihre Leuchtkraft entfaltet sich dabei wie bei einem Lampion oder einer Papierlaterne. Auf das Papier malen oder drucken wir Kraftzeichen, Mandalas, Regenbogenkreise usw. Wir starren in diese Licht und Farbenflut und lassen die Bilder in unserm eigenen Geist entstehen, vergehen, bringen sie zum Laufen, lassen sie leben und begeistern uns an ihrem Einfallsreichtum.

 

 

In der Arbeitswelt, am Computer, oder am Schreibtisch, in der Schule und zuhause, Schaukeln tut besser als im Sessel sitzen. Sitzende Tätigkeiten lassen sich leichter und entspannter ausführen, weil das still und reglos Dasitzen, das den Rücken so ermüdet, weggefallen ist, man schwingt, wie und wann einem gerade danach ist, im Mond hin und her, auf und ab. Die Bewegungen lassen sich so sanft und sachte ausführen, dass es eine Wohltat ist, an diesem Schaukeltisch zu sitzen und zu arbeiten.

 In die Wunderwelt des Lebens eintauchen und dabei immer locker bleiben, das ist wichtig. Locker bleiben, das macht Freude, gibt  Freiheit, das weiß doch jeder.

Der Rücken bleibt frei und beweglich aufrecht stehen, pendelt dabei wie ein Bambusrohr im Wind, wiegt sich  sanft hin und her und her und hin. Der ganze Mensch entspannt sich, alles gerät in dieses sanfte sich- hin- und- herwiegen hinein, die Muskeln, der Kopf, das Rückgrat. Entspannung pur für diesen Körper aus Haut und Knochen, Fleisch und Blut.

 Aber das ist ja nur die eine Hälfte der Wahrheit, die andere gehört dazu wie zwei Hälften zum Ganzen. Das Schaukeln macht den Geist ruhig; wenn es dem Knochengestell gut geht, dann lässt sich der Geist leicht und licht entspannen. Das Nachdenken und Überlegen, Konzentrieren und Erinnern  geschieht dann viel flüssiger. Es wird gleichsam angeregt, die gerade stattfindende Bewegung in Gefühle und Bilder umzusetzen, und wenn die Gedankenbilder gut laufen lernen, freut das unseren Geist.

 Unser Geist hat zutun, ständig, den ganzen, lieben, langen Tag. Er nimmt die Welt wahr und jede Wahrnehmung hat ihren Sinn. Die Augen sehen Farben, die Ohren hören Musik, die Nase schnuppert in Düften, der Geschmack liebt Gewürze, das sind alles Sinne, die für die Außenwelt gemacht sind.

 Dann gibt es Sinne, mit denen wir den Zustand des Körpers wahrnehmen, als Gefühl und Bewegung. Fürs Gefühl gibt es den Tast und Spürsinn, für die Bewegung gibt es den Gleichgewichtssinn. Da wir als ein Mensch beide Hälften, Körper und Geist, als zwei Teile eines Ganzen erfahren, ist es sinnvoll und gewinnbringend, Innen und  Außen gleich wichtig sein zu lassen, beiden gleich viel an Wertschätzung zukommen zu lassen

 Die Augen, Ohren, Nasen, Münder pflegen wir schon mit außergewöhnlichen Genüssen zu reizen, aber wenn dagegen kein Sinn fürs Gleichgewicht gepflegt wird, fühlen wir uns schlecht, wird unser Lebensgefühl für uns und unsere Umwelt unausgewogen. Leider, es kann uns doch auch so gut gehen. Es muss nur der Gleichgewichtssinn beständig angeregt werden. Das gelingt uns leicht durch Schaukeln, wie ein Bambusrohr im Wind hin und her Schwingen. Das sind Bewegungen, die empfindet unser Gleichgewichtssinn als angenehm erheiternd. Wer gelöst und heiter ist, dem geht es ganz gut.

 Dieses Gelöstsein äußert sich in Lachen, Schmunzeln, oder in einer lichten, stillen Weite in unserm Kopf und in unserem Herzen. Die Last der Gedanken wird leichter, es ist als ob das Denken ebenfalls mehr Schwung und Leichtigkeit erhält.

 Unser Gehirn arbeitet dann am besten, wenn beide Seiten gleichmäßig ausgelastet sind. Wird es immer nur äußeren Reizen ausgesetzt, dann verkümmert die innere Hälfte, das Gefühl und der Sinn fürs Gleichgewicht. Unser Gleichgewichtssinn hat enormen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Seine Einwirkung ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. 

Wenn das Gleichgewichtsorgan empfindet, erhält unser Geist zusätzliche Informationen. In den trüben, ausgetrockneten Gedankenfluss scheint frisches Wasser zu fließen, unser Gleichgewichtssinn sendet fließende Impulse in unser Denken, macht es flüssig und schöpferisch.

Ausprobieren, das ist die einzige Möglichkeit diese Erfahrung auch zu machen, ansonsten kann man sich das nur versuchen vorzustellen, aber alle Ergebnisse dieser Bemühungen werden einen ausgeprägten Mangel an Lustigkeit haben. Schaukeln kann man sich vielleicht gut vorstellen, aber wirklich Schaukeln ist einfach mehr, was ganz anderes, denn nur dann empfindet unser Gleichgewichtssinn und sendet seine fließenden Impulse.

Was unser Gleichgewichtssinn wahrnimmt sind Bewegungen. Wir sind in Bewegung, wenn wir laufen oder gehen, hüpfen oder den Kopf wiegen. Irgendwann war ein Mensch schlau genug geworden und hat herausgefunden, dass er sich auch bewegen lassen kann, um dieses leichte, fließende Lebensgefühl zu bekommen.

 Normalerweise kosten Fortbewegungen Kraft. Die ungetrübte Lebensfreude musste man sich ja mitunter teuer erkaufen. Auf dem Esel reiten oder auf einem Ochsen ist eine altbekannte Art der Fortbewegung. Bekannter ist uns aber das Reiten auf Pferden, zumindest in der Erinnerung, bald wurde die Menschheit noch schlauer, ja ein neues Zeitalter brach an:

 Auf der Suche nach einer Stimulation unseres Gleichgewichtsorgans fiel uns nichts besseres ein, als einen Feuerstuhl zu erfinden, einen Motor betriebenen Stuhl  mit dem all dem gläsernen Schnick-Schnack, Blech und Lack. Aber rechnet sich das auch. Trotzdem, gemessen am Aufwand der betrieben wird, in all unseren Betrieben, fällt das Ergebnis mager aus, das Wohlbefinden lässt zu wünschen übrig. Wie kann man also ein besseres Ergebnis erzielen:

 Natürlich durch Technik. In diesem Falle durch die richtige Bewegungstechnik.

 Ein Stuhl hat eine Lehne, ein Sessel auch, ein Sofa auch. Warum?

Damit wir uns anlehnen können, damit unser Kreuz nicht weh tut. Der Preis für diese Bequemlichkeit ist aber das sofortige Stoppen jeder Bewegung. Das Gleichgewichtsorgan nimmt nichts mehr wahr, außer Kopf wackeln, was immer noch besser ist als die totale Erstarrung, in der wir uns gerade vor dem PC sitzend, meistens befinden. Wenn das Gleichgewichtsorgan nichts zu tun hat, dann sendet es keine Impulse mehr an unser Gehirn, dann geschieht Übertreibung und Ängste entstehen.

 Lange auf einem Sessel oder einem Stuhl sitzen verursacht ein Ungleichgewicht, irgendwo, je nach dem. Bei der Arbeit, in der Freizeit, oder zuhause vor dem Fernseher. Das Gefühl der Bewegung stellt sich selbst auf einem Schaukelstuhl nur mäßig ein. Denn die Grundidee, auf der jeder Stuhl steht ist der rechte Winkel, das Viereck. Ein Stuhl steht fest auf allen Vieren am Boden. Er muss dies auch sein,  wenn nicht, schmeißen wir ihn weg, denn dann ist er kaputt.

Die universelle Form des Mondes, zweier sich schneidender Kreise ist ideal dafür geschaffen schwingende Bewegungen zuzulassen.

Der Mond den sie hier sehen ist nach den Gesetzen der Natur konstruiert worden. Er ist eine wahrhaft kosmische Form, rein und rund. Mit ihm lässt sich ganz einfach schaukeln und damit angenehme Empfindungen auslösen. Jetzt schwingen die Härchen in den Bögen der Schnecke und den Hörnern wie Schilf im Morgenwind hin und her und versorgen unseren Geist mit diesen fließenden, beruhigenden Impulsen.

Vieles neues macht der Mond möglich, wir können darin aufrecht sitzen, oder auch bequem liegen. Es gibt zahllose neue Stellungen die Wirbelsäule zu entlasten und in Bewegung zu halten, wie das sonst nur beim Gehen oder Laufen geschieht.

Das Schaukeln im Mond lässt viel an Bewegung mit einem Minimum an Kraftaufwand zu. Dazu ist kein Benzin, kein elektrischer Strom und auch kein Gehilfe nötig, es geschieht schon einzig und allein durch die Schwerpunktverlagerungen, die unser Ein- und Ausatmen im Körper auslöst.