Gleichgewicht

 

 

 

Leben im Gleichgewicht

 

baum

Bewegung im Gleichgewicht

Wir gehen aus vom Bild eines Baumes, an der Isar, der da am Ufer schräg hängt und beim nächsten Hochwasser umfällt, stürzt und vom Fluss fortgerissen wird. Jedes weitere Wachstum, ja selbst das Austreiben der Blätter im Frühling, machen seine Lage instabiler. Er wird an seinem eigenen Wachstum zugrunde gehen.

So ist es auch mit dem Menschen, der Gesellschaft und allen Dingen, die leben und wachsen. Einmal aus dem Gleichgewicht gefallen, verursacht die eigene Weiterentwicklung nur noch Angst. Denn der Gleichgewichtssinn signalisiert zunehmende Schräglage und lässt den nahen Sturz befürchten. Es stößt ständig immer eindringlichere Warnsignale aus, denn es weiß um die gefährliche Lage genau, denn es kennt das Gefühl des aus der Mitte fallenden Schwerpunktes.

Was kann man tun?

Aufhören zu wachsen? Geht nur bei schon nicht mehr wachsenden Systemen.

Stützen, mit Stangen und Seilen festbinden, quasi Krücken entwickeln, die die verhängnisvolle Lage stabilisieren. Das geht eine zeitlang, aber dann müssen diese verstärkt oder erneuert werden, denn sie sind tote Fremdkörper am lebendigen, kippenden Leib.

Also wird aber meistens verfahren; solange es eben gut geht, wird mit einem enormen Energieaufwand von außen versucht, die Symptome abzumildern. Das mag zwar helfen, aber die Angst bleibt, denn der Gleichgewichtssinn wird dadurch nicht beruhigt, da sich die Schieflage ja auch nicht gebessert hat.

Wie lässt sich das verloren gegangene Gleichgewicht wieder herstellen?

Kommt darauf an wo. Am Beispiel unseres Baumes ist wohl nichts mehr zu machen, eine Aufrichtung in die Senkrechte wäre nur durch Ausgraben und Umpflanzen machbar. Das kostet aber zuviel Kraft.

Lassen Sie uns deshalb ein anderes Beispiel hernehmen, nämlich das eines sich drehenden Rades, das zu eiern angefangen hat. Wie lässt sich dieser Zustand wieder beheben?

Gerät ein Rad aus der Wucht, bekommt es eine Unwucht, so kann man es Auswuchten. Man muß dabei zuerst die Mitte bestimmen. Ohne dass man die Mitte findet, geht es nicht. Hat man die Mitte gefunden, so kann man verschiedene Methoden anwenden, um die Ungleichgewichte auszugleichen.

Hier verlassen wir jetzt einmal dieses Beispiel und wenden uns dem Ziel dieser Untersuchung zu, die da lautet:

Wie kann ich als Individuum und wie kann die menschliche Gesellschaft aus ihrer Schräglage befreit werden, die dazu geführt hat, dass jedes weitere Wachstum die Gefahr eines Umsturzes vergrössert.

Wo befindet sich im Einzelwesen oder auch in der Gesellschaft die Mitte? Was ist diese denn überhaupt.

Nun eine Mitte erkennt man an bestimmten Kriterien. Kehren wir nun wieder zu unserem Beispiel zurück. Beim Baum wäre die Mitte seine Lotrechte, beim Rad ist die Mitte dort, wo sich beim Drehen des Rades nichts bewegt, dieser Teil also, der inmitten der Bewegung da ist,  zwar Teil des Rades ist, aber doch nicht dazugehört. Diese Situation ist in sich zwar widersprüchlich, aber dennoch real. Ein Kennzeichen des Mittelpunktes ist also eine Paradox, ein realer Widerspruch, der aber keiner ist, sondern nur ein Zeichen dafür, dass ein Rad Anteil hat an etwas übergeordnetem, an dem es selbst Anteil hat durch seine Mitte.

Beim Wagenrad ist die Mitte die Leere, der Hohlraum, in den die Achse passt, die das Rad antreibt, wechselseitig. Durch die Achse kann der Wagen das Rad antreiben oder das Rad den Wagen. Die Achse sitzt genau in der Mitte, ist aber nicht die Mitte, sondern Verbindung des Rades zu einer übergeordneten Einheit.

Es gibt aber auch sich drehende Kreise, die keinen Hohlraum, keine sichtbare Leere in ihrer Mitte haben, z.B.  ein Kreisel. Ein Kreisel bildet selbst die Mitte aus, und zwar genau dort, wo auch beim Kreisel sich nichts dreht. Dieser Punkt ist so verschwindend  klein, dass er nicht mehr sichtbar ist und nur dann entsteht, wenn sich der Kreisel dreht. Ein sich drehender Körper bildet ganz von selbst ein Achse aus, um die er sich dreht und die, obwohl eigentlich gar nicht vorhanden, Quelle und Antrieb seiner Rotation bildet.

Wie beim Wagenrad geht hier die Energieübertragung in zwei Richtungen, von Innen nach außen, oder von außen nach Innen. Man kann einen Kreisel antreiben, indem man in der Mitte den Stab anfasst und antreibt und damit seinen Rand ins kreisen bringt, oder wenn man am Rand anfasst und dort die Energie ins System hineingibt und damit einen Schwerpunkt, oder Mittelpunkt entstehen lässt.

Es handelt sich hier um ganz alltägliche Dinge und Vorgänge, die uns aber die gesamten Zusammenhänge, in denen wir auf der Suche nach unserer Mitte stehen, deutlich machen können.

Was bewirkt nun bei uns in unserem Leben die Entdeckung der Mitte?

Zuerst sollten wir uns die Frage stellen, ob wir überhaupt mit einem Rad vergleichbar sind. Und dann was sich hinter dem kurzen Begriff Ich oder Wir verbirgt.

Diese Fragestellungen sind nicht neu und es wurden, schon früher und auch heute noch, mit vielen oder wenigen Worten und Bildern Antworten gegeben. Aber so wie jede Umdrehung eines Rades die gleiche ist  wie der vorhergehende, aber dennoch neu ist, so ist es auch mit den Antworten auf diese Fragen. Jede Zeit und jeder einzelne Mensch stellt sich diese Frage und findet eine Antwort. Diese sind, müssen nicht, der Weisheit letzter Schluß sein, aber dennoch, richtig gefragt und richtig beantwortet bringt diese Spiel den Einzelnen oder die Gemeinschaft wieder ein Stück voran. Hoffentlich in die richtige Richtung.

Eine einfache Antwort auf die Frage, was bin ich, lautet: Ein Lebewesen mit Körper und Geist. Die Mitte des Körpers ist sein Schwerpunkt. Dieser liegt in der Nähe des Nabels, irgendwo in den Eingeweiden, nah am Zwerchfell. Durch die Bewegungen unseres Glieder und Knochen, ja selbst durch den Vorgang des Ein und Ausatmens, verschiebt sich dieser Schwerpunkt immer wieder.

Die Mitte unseres Geistes ist etwas beweglicher. Nun hat der Geist ja viele Qualitäten, aber eine ganz wesentliche ist das Denken in Gedanken. Die Mitte unserer Gedankenaktivitäten nennt man Thema. Ein Thema bestimmt, worum sich das Denken, Sinnen und Trachten dreht. Diese Themen wechseln mehr oder weniger schnell. Die Themen werden unserm Geist geliefert durch die Außenwelt, durch die Sinneseindrücke.

Der Geist hat aber noch die Möglichkeit, die sogenannte wirkliche Welt wie in einem Spiegel nachzubilden und sich seine Themen dann aus dieser spiegelgleichen Welt  selbst zu erschaffen. Er bildet sich dann Wirklichkeiten ein und bringt diese eingebildeten Wirklichkeiten in die Welt oder in den eigenen Körper durch Worte und Taten hinein.

Neben diesen beiden Mittelpunkten, die hier Schwerpunkt im Körper und  Thema im Geiste genannt werden, gibt es noch ein weitere Mitte, die Mitte zwischen Körper und Geist, die in der Verbindung von beiden liegt.

Kurz und knapp, ohne langes Hin und Her kann man diese Verbindung als Atmung bezeichnen. Unsere Atmung unterliegt sowohl dem willentlichen, also dem geistigen Einfluss, als auch dem unbewussten, rein körperlichen Geschehen. Wir wären schon lange erstickt, müssten wir uns um jeden Atemzug bewusst bemühen. Dennoch können wir, wenn wir wollen, die Luft eine zeitlang anhalten, schneller oder langsamer, tiefer und flacher, atmen.

Dieses Wissen wird in zahlreichen Techniken, die der Sammlung und Konzentration dienen, sogenannten Meditationstechniken, angewendet. Das grundlegende Muster dabei ist für jeden einfach nachzuvollziehen. Hat der Geist als Thema, um den sich seine Aktivität dreht, die Atmung gefunden, dann hat er keinen Freiraum, um sich um andere Themen zu kümmern. Das Denkorgan, der Denkvorgang kommt zu Ruhe und man, ich, wir, der Geist, findet die Mitte zwischen innen und außen, ruht in der Verbindung von Körper und Gedanke, nimmt das wahr, was eine Mitte auszeichnet: die Leere, die gleichzeitig die Quelle der Fülle ist, die dem Leben Sinn und Freude gibt.

Ganz natürlich erfährt dabei auch der Körper Erholung und Entspannung. Körper und Geist entspannen sich und werden mit neuer Lebenskraft angefüllt. Diese Erfahrung, die nur aus der Wahrnehmung der Wahrheit besteht, beseitigt die Schieflage unseres Lebenskernes, bringt das System, den Baum des Lebens, das Rad des Lebens, wieder ins Gleichgewicht, beseitigt die Unwuchten und schafft Ausgleich zwischen innen und Außen.

Körperliche Krankheiten werden geheilt und geistige Leiden verschwinden. Das ist die Macht der Mitte, oder einfacher, das macht eine Mitte ganz leicht möglich.

Die Mitte von Gesellschaften nennt man Lehren, sie sind leer und lehrreich. Am Zustand der Gesellschaft zeigt sich, ob die jeweilige Lehre, Verfassung, Religion, Staatsphilosphie, den Qualitäten der Mitte entspricht, leicht Ordnung schafft und Raum gibt, oder mit Zwang, Gewalt und Manipulation die Freiheit nimmt. Sind die 4Gesellschaftskräfte in Balance oder aus dem Lot geraten.

Die Heilung kranker Gesellschaften kann nur durch eine Heilung ihrer kranken Lehren erfolgen. Den Mittelpunkt einer Lehre, um den sie sich dreht, heißt es wieder zu finden.

Dann erst kann man die Symptome heilen.

 

 

 

Wieso die Dinge aus dem Gleichgewicht geraten

Die Heilkraft des Gleichgewichts

Was ist Gleichgewicht unter allen Umständen

 

Wir wissen heute wesentlich mehr Bescheid, was Gleichgewicht ist, wie man es wieder herstellen kann, wenn man es verloren hat  und wie wir es leicht finden können. Es macht uns das Leben leicht und wir gewinnen was wir wirklich wollen, wenn wir im Gleichgewicht sind. Es ist, als ob ein Schleier über dem Wissen ums Wesen des Gleichgewichts gelegen ist. Es wurde zwar immer verwendet und man hat gemerkt, dass es immer gut für alle Beteiligten war, wenn sie im Gleichgewicht, ausgeglichen, ausgewogen, in Balance waren. Aber das Wesen dieses Zustandes wurde an sich nie besonders beachtet.

 

In der Mathematik gibt es Gleichungen, man kann auch sagen, ohne Gleichung keine Mathematik. Das ist so klar, dass man das gar nicht beachtet. Es ist dieses Zeichen das = ist gleich Zeichen. Wenn beide Seiten gleich sind, dann geht die Gleichung auf, ist richtig. Zwei Seiten drehen sich um eine Mitte und diese Mitte ist das =.

 

Wir beachten die Ziffern und Zahlen auf beiden Seiten, aber nicht die Mitte. So ähnlich ging es dem Gleichgewicht vor 100 Jahren. So wichtig wie die Dinge, die es in Bewegung hält, wurde es nicht genommen. Hier sind in den letzen Jahren wieder große Erkenntnisse gewonnen worden, die uns das Leben weiter leichter machen.

 

Wenn wir uns dem Wesen des Gleichgewichtes annähern wollen, dann wollen wir uns zuallererst seinen Sinn anschauen. So sieht er aus und er sitzt im Doppelpack links und rechts hinter unseren Schläfen im Schädel.

schneckeleer.jpg

 

Der Zusammenhang von Bewegung und Gleichgewicht ist eminent wichtig, lebenswichtig, sogar, denn ohne dass wir ein Gleichgewicht empfinden, können wir nicht gehen, stehen, sitzen, nur flach am Boden liegen. Bewegungen  überall statt, Energie gewinnen sie, wenn sie sich um ein und dieselbe Mitte drehen. Erst dann können Organismen, Organisationen, Kreisläufe entstehen. Bewegungen gewinnen an Schwung, wenn sie im Kreise laufen. Bewegungen verlieren Schwung, wenn sie aus dem Gleichgewicht geraten, wenn das Rad zerbricht oder stecken bleibt.

Wir als Menschen können den Zustand des Gleichgewichts erfahren, wenn wir uns beim tanzen drehen, gehen, stehen, oder wenn wir gemütlich schaukeln, pendeln. Bewegungen bleiben stabil, wenn sie einen Rhythmus haben, wie Wellen auf und ab gehen. Das Hin und Her sanft, regelmäßig und genussvoll zu machen, dafür geben wir uns wirklich die größte Mühe. Früher mussten sie dem Feuer dienen um Energie für ihre Bewegungsabläufe zu gewinnen, heute benutzen wir das Wissen von Rhythmus und Mitte, den beiden Bestandteilen des Gleichgewichts, um uns zu bewegen. 

 

 

 

 

 

 

Der Schwerpunkt

 

Unser Gleichgewichtssinn hat einen direkten Draht zu unserem Schwerpunkt. Dieser befindet sich im Bauch, irgendwo am Zwerchfell und am Sonnengeflecht, dem Solarplexus. Er liegt genau in unserer Körpermitte, irgendwo im Bauch.

Der Bauch beginnt unterhalb der Rippen und erstreckt sich bis zu den Geschlechtsteilen. Er besteht aus lauter weichen Teilen, Darmschlingen, Fettgewebe, Muskeln, Haut und Nervenbahnen.  Mitten dahinein erstreckt sich der direkte Draht unseres Gleichgewichtssinnes.

Es ist das Gleichgewichtsorgan, das in dieser ständig hin und herbewegten Körpermasse den Schwerpunkt sucht und bestimmt. Beide Teile unseres Körpers stehen in unablässigem Kontakt miteinander. Weshalb verschiebt sich der Schwerpunkt ständig?

Weil er durch das Zwerchfell bei jedem Atemzug leicht auf und abschwankt. Jede dieser Änderungen der Lage des Mittelpunktes ergibt eine Empfindung im Bauch und im Gleichgewichtssinn.

Dann sendet es seine gewohnten heilsamen Signal ins Gehirn und dieses kann dann mit diesen zusätzlichen Informationen arbeiten. In unserem Denken entsteht dann erst die Möglichkeit dieses bunte Bewegungsband ins Gesamtbild einzuflechten. Sendet das Gleichgewichtsorgan keine Signale, dann ist da einfach keine Chance diese Empfindungen herzuholen. Sie fehlen und dieser Mangel bewirkt dann ein Denkmuster, das von diesem Mangel an Beweglichkeit geprägt ist.

 Die Mitte bestimmt die grundsätzliche Ausrichtung der ganzen Denkerei. Fehlt sie, weil einfach von ihr nichts oder zu wenig zu spüren ist, dann entwickelt sich eine Lebenskultur, die keine rechte Schwerpunktbestimmung kennt. Ziellos verlieren sich alle Aktivitäten in Anstrengung und Hektik.

Der Schwerpunkt im Bauch schwabbelt ständig leicht auf und ab, hoch und nieder immer wieder. Sind wir in der Lage diese Bewegung wahrzunehmen, dann erleben wir ein beglückendes Gefühl. Jetzt sind alle Sinne bei der Sache, die nach Außen gerichteten genauso wie der nach Innen gerichtete Gleichgewichtssinn. Das  Ergebnis dieses Einklanges unserer beiden Lebenshälften ist ein beglückendes Lustgefühl. Wir kennen das gut vom Oktoberfest auf der Wiesen oder von anderen Volksfesten. Wenns im Bauch genüsslich kitzelt, dann lacht sich’s einfach leicht. Dieses Bauchkitzeln kommt daher, dass wir gerade eine sehr intensive Wahrnehmung unserer Mitte haben.

 Wie soll diese Mitte denn wahrgenommen werden?

 Sie ist für die Augen nicht sichtbar im Körperinneren, man kann sie mit den Augen nie sehen, das ist unmöglich. Mit den Ohren ist das schon leichter, da können wir die ständige Schwerpunktverlagerung hören. Sie geschieht nämlich im Atemrhythmus. Wenn wir uns auf das Atemgeräusch konzentrieren, gelangen wir automatisch in Kontakt mit unserer Mitte. Das Lebensgefühl wird harmonisch und leicht. Das kann man lernen.

 Die anderen Sinne, Geschmack und Geruch taugen für die Schwerpunktbestimmung überhaupt nicht. Also bleibt als der eigentliche Sinn für den Mittelpunkt nur der Gleichgewichtssinn über. Das ist wichtig zu wissen für das Folgende:

Im Mond schaukeln ergibt zwei Bewegungsrichtungen, eine die sich hin und herwiegt, die andere die auf und abgeht. Wie wunderbar einfach sich diese Auf und Abbewegung damit erzielen lässt. Es wird kaum Energie und Kraft dafür benötigt. Allein die sowieso immer stattfindenden Bewegung unseres Atemmuskels reicht aus, sie zu erzeugen. Jetzt kann sich unser Geist voll entfalten und ich könnte auch noch die Sterne fassen in mir, so groß scheint mir mein Herz. Es ist durchflutet von Impulsen des Glücks, die Denke fällt leicht und locker aus.

 Die Rechnung geht wunderbar auf, für so gut wie keine Kraft kann der Körper sich selber bewegen, ist unabhängig von äußerer Energiezufuhr, wie durch Autos und Achterbahnen, in Bewegung. Das macht glücklich und steigert die Lebenslust. Der Energieverbrauch den unser Körper registriert ist ganz gering, Schaukeln kostet weit weniger Kraft als Tanzen, Laufen oder Hüpfen.

Wenn man sich überlegt, wie viel Energie ein Auto braucht, damit sich dieses Gefühl erzeugen lässt. Unser Gleichgewichtssinn weiß die Antwort, aber keiner fragt ihn, es sei denn, wir schaukeln im Mond. Dann kann man seinen Sinn fürs Gleichgewicht, fürs Ausgewogene leicht zu Rate ziehen und Entscheidungen, Entschlüsse fassen, die von diesem Wesen geprägt sind.

Der Schwerpunkt hält in sich das Geheimnis der Mitte verborgen. Der Gleichgewichtssinn vermittelt uns die Lage dieses unseres Zentrums und lässt es uns erfahren, erfühlen, auf seine ganz besondere Art und Weise.

Hektische und abrupte Bewegungen bereiten kein Vergnügen, sie müssen einfach verarbeitet werden, so wie die Ohren Geräusche verarbeiten. Da gibt es eben auch angenehme und unangenehme davon. Es schmeckt auch nicht alles gut, was gegessen wird und Gestank wollen wir auch möglichst vermeiden. Genauso mag unser Gleichgewichtssinn bestimmte Bewegungsabläufe leiden und andere wieder nicht.

Ruckeln, schleudern und stürzen erzeugt eine Mischung aus Alarmstimmung und blankem Entsetzen. Wenn man aus dem Gleichgewicht gerät, dann geht es uns verdammt schlecht oder es wird einem übel und schwindelig. Das fühlt sich nicht angenehm an. Dagegen führt uns ein sanftes hin und herwiegen sofort in einen Zustand der Entspannung.

Wenn ein Mensch im Mutterleib entsteht, dann ist der Gleichgewichtssinn einer der ersten der entsteht. Die ersten Sinneseindrücke eines jeden Menschen sind die, dass er sanft im Wasser hin und hergewiegt wird. Der Embryo schwebt in einem unendlichen Glückszustand. Erst später entwickeln sich die nach außen gerichteten Sinne, Auge und Ohr.